Reifezahlen verstehen
Die Reifezahl (RZ) ist das wichtigste Merkmal zur Einschätzung der Vegetationszeit einer Maissorte. Sie ermöglicht die Auswahl standortgerechter Sorten und die Planung des Erntezeitpunkts. The Breeding Company bietet mit MEDUSA, ROCKSTAR und MEGALODON ein abgestuftes Reifegruppen-Portfolio für alle deutschen Anbauregionen.
Das deutsche Reifezahlensystem
In Deutschland werden Maissorten nach ihrer Reifezahl für Silomais (RZ S) und Körnermais (RZ K) bewertet. Die Skala reicht von ca. 170 (sehr früh) bis über 320 (sehr spät). Eine höhere Reifezahl bedeutet eine längere Vegetationszeit und damit höheres Ertragspotenzial – aber auch höheres Risiko bei frühem Frost oder kühlen Herbsten.
Reifezahl und Standort
Als Faustregel gilt: In Norddeutschland und Höhenlagen bis RZ 230–240, in Mitteldeutschland bis RZ 250–260, in wärmeren Lagen Süddeutschlands bis RZ 270 und mehr. Zu späte Sorten reifen nicht rechtzeitig ab und haben zu hohe Wassergehalte bei der Ernte – was die Trocknungskosten erheblich steigert.
RZ Silo vs. RZ Korn
Die Reifezahl für Silomais (RZ S) und Körnermais (RZ K) einer Sorte können unterschiedlich sein, da die Abreife der Gesamtpflanze (Silage) und des Korns nicht immer gleich schnell verläuft. Bei MEDUSA ist die Differenz besonders ausgeprägt: RZ S 220, RZ K 230 – die Pflanze reift für Silage früher ab, während das Korn noch etwas länger braucht.
Unsere Sorten im Überblick
MEDUSA: RZ S 220 / RZ K 230 – Mittelfrüh.
Ideal für Norddeutschland, Höhenlagen und kühle Regionen. Frühe Abreife (FAO ~220) für termingerechte Ernte. Kältetoleranz 9/10.
ROCKSTAR: RZ S 250/260 / RZ K 250 – Mittelfrüh.
Vielseitig einsetzbar in Mittel- und Süddeutschland. Versuchssieger Silomais 2025 (225,5 dt/ha). Stay-Green verlängert das Erntefenster.
MEGALODON: RZ S 260/270 / RZ K 265 – Mittelspät.
Für wärmere Lagen und maximales Ertragspotenzial. 112 % rel. Marktleistung. Trockentoleranz 9/10 für sichere Erträge auch in heißen Sommern.
Wissens-Tipp
Wählen Sie die Reifezahl immer nach dem Standort, nicht nach dem maximalen Ertragspotenzial. Eine zu späte Sorte, die nicht rechtzeitig abreift, kostet mehr durch Trocknungskosten als sie durch Mehrertrag bringt.