Fruchtfolge und GAP 2026:
Mais im regulatorischen Wandel

Der Maisanbau in Europa steht vor einem tiefgreifenden regulatorischen Wandel. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union verschärft die Anforderungen an den Fruchtwechsel und den Umweltschutz. Für Landwirte bedeutet dies, dass bewährte Anbausysteme überdacht und an die neuen Konditionalitäten (GLÖZ-Standards) angepasst werden müssen. Wer jetzt nicht vorausschauend plant, riskiert empfindliche Kürzungen bei den Flächenprämien.

Das Ende der Mais-Mischkulturen (GLÖZ 7)

Der Standard GLÖZ 7 (Erhaltung des Bodenpotenzials) schreibt einen jährlichen Fruchtwechsel auf Ackerflächen vor. Um diese Vorgabe zu erfüllen und dennoch einen hohen Maisanteil in der Fruchtfolge zu halten, nutzten viele Landwirte in den vergangenen Jahren sogenannte Mais-Mischkulturen (z. B. Mais-Stangenbohne oder Mais-Hirse). Diese galten juristisch als eigene Kulturart und unterbrachen somit formal den Maisanbau.

Diese Praxis endet definitiv. Ab dem Antragsjahr 2026 zählen alle Mais-Mischkulturen zur Hauptkultur Mais.

Das bedeutet: Wenn auf einem Schlag in den Jahren 2024 und 2025 Mais (oder eine Mais-Mischkultur) stand, darf dort 2026 zwingend kein Mais mehr angebaut werden. Eine Selbstfolge von Mais über drei Jahre ist damit ausgeschlossen.

Zusätzlich greift die Vorgabe der Anbaudiversifizierung: Auf Betriebsebene darf die Hauptkultur maximal 75 Prozent der gesamten Ackerfläche einnehmen.

Mais als Vor- und Nachfrucht

Mais ist pflanzenbaulich ein hervorragender Fruchtfolgepartner. Er gilt als abtragende Frucht (keine Übertragung von Fußkrankheiten wie Schwarzbeinigkeit) und hinterlässt – insbesondere als Silomais – einen garen, unkrautfreien Boden.

Mais als Vorfrucht:
Nach Silomais ist die Aussaat von Winterweizen der absolute Standard. Das Zeitfenster ist nach der Ernte im September/Oktober meist ausreichend groß. Kritischer ist Körnermais als Vorfrucht. Die späte Ernte (oft bis in den November) und die enormen Mengen an Ernterückständen (Stroh, Spindeln) erfordern eine intensive Einarbeitung, um das Risiko einer Fusarium-Infektion im nachfolgenden Weizen zu minimieren.

Mais als Nachfrucht:
Mais gedeiht nach nahezu allen Kulturen gut. Besonders vorteilhaft ist er nach Ackergras oder Kleegras, da er die freiwerdenden Stickstoffmengen aus dem Grünlandumbruch durch sein spätes, massives Wachstum optimal verwerten kann.

Das Problem: Maiswurzelbohrer (Diabrotica)
Die gesetzlichen Vorgaben zum Fruchtwechsel decken sich glücklicherweise mit den phytosanitären Notwendigkeiten. Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera) ist in vielen Regionen zur größten Bedrohung für den Mais geworden. Da die Käfer ihre Eier fast ausschließlich in bestehende Maisbestände ablegen, schlüpfen die Larven im Folgejahr im Boden. Finden sie dort keinen Mais vor (Fruchtwechsel), verhungern sie.

Eine Fruchtfolge mit maximal 50 Prozent Maisanteil (z. B. Mais – Weizen – Mais – Gerste) ist die effektivste und einzige zugelassene Methode, den Maiswurzelbohrer in Schach zu halten.

Die Gorilla-Strategie:
Zeit für Zwischenfrüchte

Die GAP fordert nicht nur Fruchtwechsel, sondern fördert auch den Anbau von Zwischenfrüchten zur Bodenbedeckung im Winter (GLÖZ 6). Der Anbau von Zwischenfrüchten bindet Reststickstoff, baut Humus auf und schützt vor Erosion.

Das Problem im Maisanbau: Nach einer späten Maisernte ist das Zeitfenster für die Etablierung einer Zwischenfrucht oder gar einer Winterkultur extrem eng. Oft reicht die verbleibende Wärmesumme im Herbst nicht mehr aus, um einen dichten Bestand zu generieren.

Hier wird die Sortenwahl zum strategischen Instrument. Die Sorte MEDUSA (mittelfrüh, RZ S 220 / K 230) besticht durch eine extrem zügige Abreife und ein schnelles Dry-Down. Sie räumt das Feld Wochen vor späten Sorten. Diese gewonnene Zeit ist für den Landwirt Gold wert. Sie ermöglicht eine stressfreie Ernte, eine saubere Stoppelbearbeitung (Zünslerbekämpfung!) und die termingerechte Aussaat der Folgekultur oder Zwischenfrucht. MEDUSA löst somit den zeitlichen Engpass in engen Fruchtfolgen.

Fruchtfolge-System | Vorteile | Herausforderungen
Mais – Winterweizen – Wintergerste | Klassiker, hohe Ertragssicherheit | Enge Erntefenster im Herbst
Mais – Ackerbohne – Weizen | Leguminose liefert N für Weizen | Vermarktung Ackerbohne
Mais – Kleegras (2 Jahre) – Weizen | Perfekt für Milchvieh, Humusaufbau | Geringer Maisanteil (25%)


Praxistipp: Warten Sie nicht bis 2026, um Ihre Fruchtfolge umzustellen. Beginnen Sie bereits jetzt mit der Planung und integrieren Sie mittelfrühe Maissorten wie MEDUSA, um den Übergang zu erweiterten Fruchtfolgen und dem obligatorischen Zwischenfruchtanbau reibungslos zu gestalten.