Maissilage in der Fütterung:
Der Motor für die Grundfutterleistung

Die Wirtschaftlichkeit eines Milchviehbetriebs wird nicht im Melkstand, sondern auf dem Feld und am Silo entschieden. Der wichtigste ökonomische Kennwert in der Milcherzeugung ist die Grundfutterleistung – also die Menge an Milch, die eine Kuh rein aus dem hofeigenen Raufutter produziert, bevor teures Kraftfutter zugekauft werden muss. Das Ziel professioneller Betriebe liegt bei mindestens 3.000 bis 4.000 Kilogramm Milch pro Kuh und Jahr aus dem Grundfutter. Maissilage ist dabei der unangefochtene Energielieferant.

Energiegehalt und Verdaulichkeit:
Die entscheidenden Parameter

Der Futterwert einer Maissilage wird maßgeblich durch ihren Energiegehalt bestimmt, der in Megajoule Umsetzbarer Energie pro Kilogramm Trockensubstanz (MJ ME/kg TS) angegeben wird. Eine hochwertige Silage sollte Werte zwischen 7,0 und 7,5 MJ NEL (Nettoenergie-Laktation) bzw. 7,2 bis 9,0 MJ ME erreichen.

Diese Energie stammt aus zwei unterschiedlichen Quellen der Maispflanze, die bei der Rationsberechnung getrennt betrachtet werden müssen:

  1. Der Kolben (Stärke): Etwa 50 Prozent des Gesamtertrags (Trockenmasse) stammen aus dem Kolben. Dieser liefert jedoch rund 66 Prozent der Gesamtenergie. Der Grund dafür ist die extrem hohe Verdaulichkeit der Stärke, die bei Wiederkäuern in der Regel über 95 Prozent liegt.
  2. Die Restpflanze (Faser): Stängel und Blätter machen die andere Hälfte des Ertrags aus. Ihre Energie stammt aus der Fermentation der Zellwandbestandteile (NDF, ADF) im Pansen. Die Verdaulichkeit dieser Faserfraktionen variiert extrem – je nach Erntezeitpunkt, Witterung und vor allem Genetik.

Das Geheimnis der Restpflanzenverdaulichkeit

Lange Zeit konzentrierte sich die Maiszüchtung ausschließlich auf den Kornertrag und den Stärkegehalt. Doch ein extrem stärkereicher Mais ist nicht automatisch das beste Kuhfutter. Eine zu hohe Stärkeanflutung im Pansen führt schnell zu einer Pansenazidose (Übersäuerung), was die Futteraufnahme drückt und die Tiergesundheit massiv gefährdet.

Moderne Fütterungskonzepte setzen daher auf eine ausgewogene Kombination aus pansenverfügbarer Stärke und hochverdaulicher Faser aus der Restpflanze. Eine hochverdauliche Restpflanze liefert kontinuierlich Energie, ohne den pH-Wert im Pansen abstürzen zu lassen. Zudem passiert verdauliche Faser den Pansen schneller, was Platz für neues Futter schafft.

Die Folge: Die Gesamtfutteraufnahme der Kuh steigt. Und nur eine Kuh, die viel frisst, kann auch viel Milch geben.

Die Gorilla-Strategie:
MEDUSA für den Pansen

Genau hier setzt die Züchtungsphilosophie der Breeding Company an. Die Sorte MEDUSA ist nicht nur ein exzellenter Körnermais, sondern eine echte Doppelnutzungssorte mit herausragenden Eigenschaften für die Milchviehfütterung.

Mit einer Verdaulichkeit von 8/10 und einem Energieertrag von 8/10 liefert MEDUSA genau das, was Hochleistungskühe benötigen. Das Geheimnis liegt in der überdurchschnittlichen Restpflanzenverdaulichkeit. Während bei vielen hart abreifenden Sorten der Stängel stark verholzt (Lignin-Einlagerung) und für die Pansenmikroben unverdaulich wird, bleibt die Faserstruktur bei MEDUSA aufgeschlossen.

Die Rechnung für den Landwirt ist einfach: Wenn die Kuh mehr Energie aus der Restpflanze ziehen kann, muss weniger teurer Futterweizen oder Körnermais über das Kraftfutter zugekauft werden. MEDUSA ist somit der direkte Hebel zur Senkung der Futterkosten und zur Steigerung der Grundfutterleistung.

Rationsgestaltung:
Die richtige Balance finden

In der Totalen Mischration (TMR) muss Maissilage immer in Kombination mit anderen Komponenten betrachtet werden. Da Maissilage sehr energiereich, aber proteinarm (ca. 7 – 8 % Rohprotein) ist, muss sie zwingend mit proteinreichen Futtermitteln ausgeglichen werden.

Grassilage ist der klassische Partner. Eine Ration aus 60 % Maissilage und 40 % hochwertiger Grassilage (auf TS-Basis) hat sich in vielen Betrieben bewährt. Das Gras liefert das nötige Protein und die Struktur für die Wiederkäueraktivität, der Mais liefert die Energie für die Milchbildung. Fehlt Grassilage, muss das Protein über teure Zukauffuttermittel (Rapsextraktionsschrot, Soja) ergänzt werden.

Parameter | Zielwert in Top-Silagen | Bedeutung für die Kuh
Trockensubstanz (TS) | 30 – 35 % | Optimale Futteraufnahme, keine Selektion
Stärkegehalt | 300 – 350 g/kg TS | Hauptenergielieferant, Gefahr von Azidose bei > 400g
Rohfaser | 180 – 220 g/kg TS | Wiederkäueraktivität, Pansenstabilität
Energiegehalt (NEL) | > 7,0 MJ/kg TS | Milchbildungspotenzial
Verdaulichkeit org. Substanz | > 73 % | Hohe Passagerate, hohe Gesamtfutteraufnahme


Praxistipp: Achten Sie beim Häckseln unbedingt auf den Corn-Cracker. Jedes Maiskorn muss mindestens geviertelt, besser noch komplett zerrieben sein. Unbeschädigte Körner passieren den Verdauungstrakt der Kuh ungenutzt und landen im Güllekanal – das ist teuer bezahlte Energie, die verloren geht.