Klimawandel im Maisanbau:
Stresstoleranz als Ertragsversicherung
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die mitteleuropäische Landwirtschaft sind unübersehbar. Die Witterungsextreme nehmen zu: Heißere, von langen Trockenperioden geprägte Sommer wechseln sich ab mit milden, extrem niederschlagsreichen Wintern und unberechenbaren Spätfrösten im Frühjahr. Für den Maisanbau birgt diese Entwicklung sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken, die ein aktives Risikomanagement durch den Landwirt erfordern.
Mais als Profiteur der Erwärmung?
Grundsätzlich gehört Mais als C4-Pflanze zu den Gewinnern steigender Durchschnittstemperaturen. C4-Pflanzen besitzen einen speziellen, hocheffizienten Photosynthese-Mechanismus. Sie können CO2 auch bei geschlossenen Spaltöffnungen fixieren und nutzen das Sonnenlicht bei hohen Temperaturen deutlich effektiver als C3-Pflanzen (wie Weizen oder Gerste). Die steigende „Wärmesumme“ im Jahresverlauf ermöglicht in vielen Regionen den Anbau späterer, ertragreicherer Sorten.
Doch dieser theoretische Vorteil wird in der Praxis oft durch den limitierenden Faktor Wasser zunichtegemacht.