G – wie Geschichte des Maisanbaus

Vom Wildgras zu einer der wichtigsten Kulturpflanze der Welt.“

Früher: Die erstaunliche Evolution einer Urkultur 

Vor 9000 Jahren begannen Menschen in Mexiko ein Wildgras anzubauen, das sich überraschend schnell in das heutige Mais entwickelte. Forscher haben bei der genetischen Untersuchung eines antiken Maiskolbens entdeckt, dass die Urmais-Pflanze ihre Körner verlor, sobald sie reif waren. Im Laufe der Zeit führten gezielte Auswahl und Anbauaktivitäten zu einer verbesserten Form des Mais mit Körnern, die am Kolben blieben. Die Geschichte des Mais zeigt, wie der Mensch durch Jahrtausende der Züchtung und Auswahl den Mais von einem einfachen Wildgras zu einer der wichtigsten Kulturpflanze der Welt entwickeln. 

1960 bis heute:
Boom des Maisanbaus: Von der Nischenkultur zur zweitwichtigsten Kultur! 

Noch bis zu den 1960er Jahren war Mais in vielen Regionen Deutschlands fast unbekannt. Innerhalb weniger Jahrzehnte erlebte er dann jedoch einen regelrechten Boom – neue Züchtungen machten es möglich auf Bestäubung zu verzichten, die Kältetoleranz der Pflanzen verbesserte sich und die Erträge stiegen an. Zudem ermöglichte die Entwicklung moderner Maschinen und Techniken eine enorme Arbeitseinsparung beim Maisanbau von 80 bis 90 Prozent. Während die Pflanze 1960 mit etwa 56.000 Hektar noch eine Nischenkultur war, entwickelte sie sich bis heute zur zweitwichtigsten Kultur nach Weizen. So wurde Mais im Jahr 2022 auf 2,49 Millionen Hektar angebaut (Weizen circa 2,98 Millionen Hektar). Die perfekte Futterpflanze: Mais in der deutschen Landwirtschaft 

Während Mais in vielen weniger entwickelten Ländern ein wichtiges Nahrungsmittel ist, dient die Pflanze in Deutschland nahezu ausschließlich als Tierfutter oder als Substrat für die Erzeugung von Strom in Biogasanlagen. Etwa 82 Prozent werden als sogenannter Silomais geerntet. Dabei zerkleinert man die komplette Pflanze (durch Häckseln) und macht sie durch eine Milchsäuregärung unter einer luftdichten Folie als Silage haltbar. Maissilage wird zur Rinderfütterung oder für Biogasanlagen eingesetzt. 

Die restlichen 18 Prozent werden als Körnermais beziehungsweise Corn-Cob-Mix – eine Mischung aus der Spindel und den Körnern des Maiskolbens – geerntet und für die Geflügel- und Schweinefütterung genutzt.