E – wie Ernte
„Tipps und Methoden für die erfolgreiche Maisernte“
Maisernte in Deutschland: Schwankungen und Abhängigkeit von Importen prägen die Situation
Deutschland zählt nicht zu den führenden Maisproduzenten innerhalb der Europäischen Union. Die jährliche Maisernte schwankt stark, je nach den vorherrschenden Witterungsbedingungen, und liegt zwischen knapp 3,0 und gut 5,0 Millionen Tonnen. Um den heimischen Bedarf zu decken, sind zusätzlich 3,0 Millionen Tonnen Maisimporte notwendig. Interessanterweise fließen knapp 80 Prozent des deutschen Maisverbrauchs in die Tierfütterung.
Die Ernteoptionen im Überblick: Silomais und Körnermais im Vergleich
Beim Maisanbau gibt es die Optionen Körnermais für die Tierernährung oder Lebensmittelproduktion oder Silomais als Futter oder als Substrat für Biogasanlagen zu ernten. Während die Ernte von Silo- und Biogasmais ähnlich ist, unterscheidet sich die Körnermaisernte grundlegend. Wir haben die wichtigsten Unterschiede für Sie übersichtlich zusammengefasst.
Die Ernte von Silomais
Silomais für die Fütterung und Energiemais als Substrat für Biogasanlagen werden auf ähnliche Weise geerntet. Beim Silomais erfolgt die Ernte mit dem Feldhäcksler und es wird nahezu die gesamte obere Biomasse geerntet. Der optimale Erntetermin richtet sich nach dem Trockensubstanzgehalt der Gesamtpflanze und sollte zwischen 30 % und 35 % TS liegen.
Für eine optimale Siloreife gelten folgende Kriterien:
- Trockensubstanzgehalt der Restpflanze: 22 bis 25 %
- Trockensubstanzgehalt der Körner: 55 bis 60 %
- Zuckergehalt: 70 bis 100 g/kg Trockenmasse
- Niedrige Pufferkapazität: 30 bis 35 g Milchsäure/kg Trockenmasse
- Keine Gärsaftbildung: > 28 bis 25 % der Trockenmasse
Bei gestörter Abreife durch äußere Einflüsse wie Trockenheit, Hagel, Sturm, Frost oder Schädlingsbefall, sollte die Ernte nicht zu lange hinausgezögert werden.
Die Ernte von Körnermais
Bei der Körnermaisernte werden die gewonnenen Körner sowohl für die Tierfütterung als auch für die menschliche Ernährung verwendet. Um eine trockene Ernte zu gewährleisten, erfolgt die Körnermaisernte am Ende der Vegetationszeit. Dafür kommen speziell angepasste Mähdrescher zum Einsatz, die den Anforderungen der Körnermaisernte gerecht werden.
Die Körnermaisernte zeichnet sich durch folgende Merkmale aus
Sie findet am Ende der physiologischen Reife mit einem speziellen Mähdreschervorsatz, dem „Maisgebiss“, statt.
- Das Ziel ist eine niedrige Kornfeuchte, idealerweise unter 35% und noch besser unter 30%, um die Trocknungskosten zu minimieren.
- Geringe Anteile an Bruchkorn werden angestrebt, um einen hohen Anteil an vermarktungsfähiger Ware zu erzielen.
„Erntezeit – Die jährliche Krönung der langen Feldarbeit!“