D – wie Direktsaat
„Eine Alternative im Maisanbau für mehr Klimaschutz?“
Direktsaat im Maisanbau wird als Bestellung ohne jegliche Bodenbearbeitung seit der vorangegangenen Ernte definiert. Diese Anbaumethode hat das Potenzial, die Treibhausgasemissionen deutlich zu reduzieren. Laut einer Studie der Universität Kiel aus dem Jahr 2021 lassen sich die Treibhausgasemissionen durch die Direktsaat im Maisanbau um 57 Prozent verringern.
In fünfjährigen Versuchen verglichen die Forscher gepflügte Maisflächen mit solchen, in die der Mais direkt eingesät wurde. Dabei wurden die Treibhausgasemissionen in verschiedenen Parzellen gemessen. Die Forscher fanden heraus, dass der Abbau von Bodenkohlenstoff eine entscheidende Rolle bei den unterschiedlichen Emissionsniveaus spielte. In der gepflügten Variante wurde vermehrt organische Substanz im Boden abgebaut und Bodenkohlenstoff als CO2 freigesetzt.
Obwohl die Erträge auf beiden Versuchsparzellen ähnlich waren, verbesserten sich auf der Direktsaatfläche die Bodenwassergehalte und die Bodenstruktur durch die verminderte Bodenbearbeitung. Um den Bodenkohlenstoff langfristig zu stabilisieren, empfehlen die Forscher den Einsatz von Gründüngern wie Kleegras als Ergänzung der Fruchtfolge.
Trotz der positiven Auswirkungen auf den Klimaschutz sehen die Wissenschaftler die Zukunft der Direktsaat weniger optimistisch. Der voraussichtliche Wegfall des Totalherbizids Glyphosat bereitet Sorgen. Ohne Glyphosat wäre das Abtöten evon Ackergras vor dem Mais in pfluglosen Anbausystemen schwierig zu erreichen.
Maisanbau ohne Pflug: Positive Effekte für das Klima, aber auch Risiken im Anbau.