Pflanzenschutz im Mais:
Schädlinge und Krankheiten im Griff behalten

Der Maisanbau in Mitteleuropa galt lange Zeit als pflanzenschutzlich unproblematisch. Doch durch den intensiven Anbau, veränderte Fruchtfolgen und den Klimawandel hat der Druck durch tierische Schaderreger und pilzliche Krankheiten in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Ein integriertes Pflanzenschutzkonzept, das ackerbauliche Maßnahmen, Sortenwahl und gezielte Behandlungen kombiniert, ist heute unerlässlich für die Ertragssicherung.

Tierische Schaderreger:
Die Hauptfeinde des Maises

Die Liste der Insekten, die den Mais vom Keimling bis zum Kolben bedrohen, wird länger. Die Bekämpfungsstrategien müssen dabei die Biologie der Schädlinge genau berücksichtigen.

Der Maiszünsler (Ostrinia nubilalis)
Der Maiszünsler ist der wirtschaftlich bedeutendste Schädling im europäischen Maisanbau. Die Larven bohren sich in den Stängel und fressen sich durch das Mark. Die Folgen sind gravierend: Die Nährstoff- und Wasserversorgung des Kolbens wird unterbrochen (Ertragsverlust), die Pflanzen knicken bei Wind leicht um (Stängelbruch), und die Fraßgänge dienen als Eintrittspforten für Fusariumpilze.

Bekämpfung:

  • Ackerbaulich: Tiefes Mulchen und sauberes Einarbeiten der Maisstoppeln im Herbst zerstört die Überwinterungsquartiere der Larven.
  • Biologisch: Der Einsatz von Trichogramma-Schlupfwespen, die ihre Eier in die Gelege des Zünslers ablegen, ist hochwirksam.
  • Chemisch: Insektizideinsatz nach Warndienstaufruf (meist Ende Juni/Anfang Juli).

Der Westliche Maiswurzelbohrer (Diabrotica virgifera)

Dieser aus Nordamerika eingeschleppte Schädling breitet sich in Europa stetig aus. Während die Käfer an den Narbenfäden der Kolben fressen und so die Befruchtung stören, richten die Larven den Hauptschaden an den Wurzeln an. Ein starker Befall führt zum „Gooseneck“-Wachstum (Gänsehals) und zum vollständigen Umkippen (Lager) der Bestände.

Bekämpfung: Da in Deutschland keine Insektizide gegen den Maiswurzelbohrer zugelassen sind, ist die strikte Einhaltung der Fruchtfolge (kein Mais nach Mais) die einzige und wirksamste Gegenmaßnahme.

Drahtwurm und Fritfliege

Der Drahtwurm (Larve des Schnellkäfers) tritt vor allem nach Grünlandumbruch oder in pfluglosen Systemen auf und frisst den Keimling an. Die Fritfliege legt ihre Eier an junge Maispflanzen; die Maden fressen das Herzblatt, was zu Verkrüppelungen führt.

Bekämpfung: Hier greift vor allem der Saatgutschutz durch insektizide Beizen (z.B. Lumiposa) oder vogelabwehrende Beizen (gegen Krähenfraß). Eine zügige Jugendentwicklung durch optimale Saatbettbereitung und Kältetoleranz der Sorte (wie bei MEDUSA) hilft der Pflanze, dem anfälligen Stadium schnell zu entwachsen.

Pilzliche Krankheiten: Ertrags- und Qualitätsverluste

Pilzkrankheiten im Mais mindern nicht nur den Ertrag, sondern beeinträchtigen vor allem die Qualität des Ernteguts – ein kritischer Faktor für die Fütterung und die Biogasproduktion.

Fusarium-Arten (Stängel- und Kolbenfäule)

Fusarium ist der gefährlichste Pilz im Maisanbau. Er verursacht Stängelfäule (Pflanzen sterben vorzeitig ab und knicken um) und Kolbenfäule. Das Hauptproblem bei Fusarium-Befall ist die Bildung von Mykotoxinen (z. B. DON, ZEA), die extrem giftig für Schweine und Rinder sind und die Fermentation in der Biogasanlage hemmen.

Prävention: Eine direkte chemische Bekämpfung von Fusarium im Mais ist kaum möglich.

Die Prävention stützt sich auf:

  • Zünslerbekämpfung (Fraßgänge vermeiden)
  • Vermeidung von Trockenstress
  • Zügige Ernte und optimale Silierung
  • Sortenwahl

Helminthosporium turcicum (Blattflecken-
krankheit)

Diese Krankheit tritt verstärkt in feuchtwarmen Sommern auf. Es bilden sich große, zigarrenförmige, graubraune Flecken auf den Blättern. Die Photosynthesefläche wird massiv reduziert, was zu vorzeitiger Abreife und Ertragsverlusten führt.

Prävention: Auch hier ist die Sortenwahl das wichtigste Instrument. Sorten mit einer hohen Blattgesundheit, wie MEGALODON (9/10), wehren den Befall ab und erhalten die grüne Blattfläche bis zur Ernte.

Die Gorilla-Strategie:
Resilienz durch Genetik

Pflanzenschutz beginnt bei der Sortenwahl. Die beste chemische Keule nützt wenig, wenn die Pflanze genetisch anfällig ist oder unter Stress leidet. Stress (Trockenheit, Kälte, Nährstoffmangel) schwächt die natürlichen Abwehrmechanismen der Maispflanze.

Hier setzen die Sorten der Breeding Company an. MEDUSA bietet mit ihrer extremen Stresstoleranz (9/10) und Kältetoleranz (9/10) ein robustes Fundament. Die Pflanze wächst zügig aus dem kritischen Jugendstadium heraus und toleriert Trockenphasen, ohne in eine Schwächephase zu verfallen, die Pilze ausnutzen könnten.

ROCKSTAR ergänzt dieses Profil durch sein herausragendes Stay-Green-Verhalten. Eine Pflanze, die bis zur Ernte vital bleibt, ist deutlich weniger anfällig für Stängelfäule und Lager. Die Kombination aus starker Genetik und gutem Ackerbau ist der beste Pflanzenschutz.

Schaderreger | Hauptschaden | Wichtigste Gegenmaßnahme 
Maiszünsler | Stängelbruch, Fusarium-Eintritt | Stoppelbearbeitung, Trichogramma
Maiswurzelbohrer | Wurzelfraß, Lager | Fruchtwechsel (kein Mais auf Mais)
Fusarium | Mykotoxinbildung, Kolbenfäule | Zünslerbekämpfung, Sortenwahl
Helminthosporium | Verlust an Blattfläche (Photosynthese) | Blattgesunde Sorten (z. B. MEGALODON)


Praxistipp: Kontrollieren Sie Ihre Bestände ab Ende Juni regelmäßig auf Zünsler-Eigelege an der Blattunterseite. Nur wer den Befallsdruck kennt, kann den optimalen Behandlungszeitpunkt bestimmen.